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Humanmedizin ambulant

Im ambulanten Bereich werden in der Schweiz jährlich ungefähr 4.5 Millionen Packungen Antibiotika umgesetzt, was mehr als einer Packung pro Schweizer Haushalt entspricht.

Der Antibiotikaverbrauch im ambulanten Sektor ist in den letzten Jahren konstant geblieben.

Der Gesamtverbrauch von Antibiotika zur systemischen Anwendung (ATC-Gruppe J01) im ambulanten Bereich belief sich im Jahr 2020 auf 7.6 definierte Tagesdosen (DDD) pro 1000 Einwohner und Tag. Die Antibiotikaverordnungen im ambulanten Sektor sind in den letzten Jahren in allen Regionen relativ konstant geblieben. Der starke Rückgang im Jahr 2020 könnte durch die Covid-19-Pandemie erklärt werden1. Der höhere Antibiotikakonsum in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz könnte auf die charakteristischen Verschreibungspraktiken in den verschiedenen Sprachregionen zurückzuführen sein2.

Referenzen

[1] Laura M King et al. Trends in US Outpatient Antibiotic Prescriptions During the Coronavirus Disease 2019 Pandemic, Clinical Infectious Diseases, Volume 73, Issue 3, 1 August 2021, Pages e652–e660
[2] Filippini M. et al. Socioeconomic determinants of regional differences in outpatient antibiotic consumption: evidence from Switzerland. Health Policy. 2006. Aug;78(1):77–92. 10.1016/j.healthpol.2005.09.009

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Die Verschreibung von Antibiotika, die für limitierte Indikationen vorbehalten sind (WATCH Gruppe), ist rückläufig

Die World Health Organization (WHO) hat ein Klassifizierungssystem für Antibiotika entwickelt, bei dem die vorhandenen Antibiotika in drei Kategorien eingeteilt werden; Access, Watch und Reserve . Die Antibiotika der Access-Kategorie sollten bevorzugt verwendet werden, da sie gegen vielen Bakterien wirksam sind und weniger zur Resistenzentwicklung beitragen als andere Antibiotika. In der Watch-Kategorie findet man Antibiotika mit einem höheren Resistenzpotential. Sie sollten ein Ziel für antibiotic stewardship Programm sein. Reserve-Antibiotika sollten nur bei nachgewiesenen oder verdächtigten Infektionen mit multiresistenten Bakterien verwendet werden.

Die WHO hat als Zielvorgabe festgelegt, dass mindestens 60% des Gesamtverbrauchs in einem Land auf die Access-Gruppe entfallen sollen. Seit 2018 wird dieses Ziel im ambulanten Bereich in der Schweiz jährlich erreicht. Im ambulanten Bereich war der Umsatz an Antibiotika der Access Gruppe in den letzten Jahren weitgehend stabil. Der Gebrauch von Antibiotika der Watch Gruppe hat indessen in den letzten Jahren abgenommen. Reserve Antibiotika werden im ambulanten Sektor grundsätzlich nicht eingesetzt.

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Penicilline in Kombination mit einem Beta-Lactamasehemmer sind die am häufigsten verschriebenen Antibiotika.

Penicilline mit erweitertem Spektrum ( insbesondere Amoxicillin) waren die am häufigsten verwendete Antibiotikagruppe bei Kindern unter zwei Jahren (52 % des gesamten Antibiotikaverbrauchs im Jahr 2020) und zwischen 2 und 11 Jahren (38 %), während Penicilline in Kombination mit Beta-Lactamase-Hemmern die am häufigsten verwendeten Antibiotika in den Altersgruppen 18 bis 64 (25 %) und über 65 (23 %) waren. Bei den über 65-Jährigen war der Anteil der Fluorochinolone am Gesamtantibiotikaverbrauch relativ hoch (17 %).

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