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Methoden

Wie wird der Konsum von Antibiotika gemessen?

Berechnung des Antibiotikakonsums

Das World Health Organization Collaborating Center of Drug Statistics Methodology hat die DDD (defined daily dose, DDD) als die angenommene mittlere tägliche Erhaltungsdosis für die Hauptindikation eines Wirkstoffes bei Erwachsenen definiert [1]. Die DDD entspricht nicht einer empfohlenen oder tatsächlich verordneten Tagesdosis, sondern einer technischen Mass- und Vergleichseinheit, die jedem Medikament fest zugeordnet wurde.

Die verschriebenen Antibiotikamengen in Gramm werden in DDD konvertiert und anschliessend entweder im stationären Sektor als DDD pro 100 Pflegetage oder im ambulanten Sektor als DDD pro 1000 EinwohnerInnen und Tag angegeben (Konsumdichte). Dieses Vorgehen entspricht der von der WHO empfohlenen Vorgehensweise für vergleichende Antibiotikaverbrauchsstudien [2, 3, 4]. Anzahl Pflegetage werden vom Bundesamt für Statistik definiert als Summe der Tage während eines Jahres an denen Patienten stationär betreut werden.

  • [1] World Health Organization Collaboration Center for Drug Statistics Methodology. ATC index with DDDs. Oslo : World Health Organization, 2005.
  • [2] Dukes MN. Drug utilization studies. Methods and uses. WHO Reg Publ Eur Ser. 1993 ; 45 :1-4.
  • [3] European Centre for Disease Prevention and Control. Antimicrobial consumption. In: ECDC. Annual Epidemiological Report for 2016. Downloadable tables. Stockholm: ECDC; 2018. Available from: European Centre for Disease Prevention and Control – Antimicrobial consumption – Annual Epidemiological Report for 2016
  • [4] de With K, Maier L, Steib-Bauert M, Kern P, Kern WV. Trends in antibiotic use at a university hospital: defined or prescribed daily dose? Patient days or admissions as denominator? Infection. 2006; 34(2): 91-4.
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Wie werden Daten erhoben?

Stationäre Medizin

ANRESIS hat ein auf freiwilliger Basis beruhendes Überwachungsnetzwerk für Schweizer Akutspitäler errichtet. Dabei senden die Spitalapotheken dem ANRESIS Datenzentrum eine Zusammenstellung, der gelieferten Antibiotikamengen innerhalb des ganzen Spitals, der Intensivstationen und der Pädiatrie, selten auch von weiteren spezialisierten Abteilungen. Schweizweit beteiligen sich jährlich etwa 70 Spitäler am Überwachungssystem, was einer Abdeckung von rund 70% aller Akutspitäler entspricht. Spezialkliniken, wie beispielsweise Kliniken für Psychiatrie oder Rehabilitation/Geriatrie, sind nicht Bestandteil des Überwachungsnetzwerkes.

Ambulante Medizin

Für den ambulanten Bereich wird der Konsum von Antibiotika mittels zweier Datenquellen überwacht: (i) IQVIA™, ein privates Marktforschungsunternehmen liefert einen Datensatz über den Antibiotikakonsum im gesamten ambulanten Sektor der Schweiz und (ii) PharmaSuisse liefert die Daten basieren auf Antibiotika Verschreibungen auf individueller Ebene in privat geführten Apotheken. Die Abdeckung beträgt ungefähr 65% aller Apotheken in Schweiz.

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