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Humanmedizin stationär

Fakten und Statistiken über den Einsatz von Antibiotika in der stationären Medizin der Schweiz.

Der Antibiotikakonsum in Schweizer Spitälern ist seit 2014 leicht rückläufig

Der Gesamtverbrauch von Antibiotika (ATC-Gruppe J01) zur systemischen Anwendung im stationären Sektor belief sich 2018 in der Schweiz auf 52.7 DDD pro 100 Pflegetage oder 1.3 DDD pro 1000 Einwohner pro Tag. Im Vergleich dazu betrug der Gesamtverbrauch in Europa (ESAC-Net) im Jahr 2017 2.0 DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (Bereich: 0.9 – 3.1) [1]. In der Schweiz ist der Antibiotikaverbrauch im stationären Bereich seit 2014 leicht rückläufig. Beim Konsum von Antibiotika in der stationären Medizin bestanden 2018 schweizweit nur geringe regionale Unterschiede, mit etwas geringerem Konsum in der italienischen Schweiz, was aber grösstenteils darauf zurückzuführen ist, dass die italienische Schweiz kein universitäres Zentrum hat.

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Grössere Spitäler haben auf Grund der komplexeren Patienten einen höheren Antibiotikakonsum.

Eine Klassifizierung der Spitäler in Kleinkrankenhäuser (bis 200 Betten), mittlere Krankenhäuser (200-500 Betten) und Grosskrankenhäuser (über 500 Betten) zeigt auf, dass es 2018 grosse Unterschiede im Antibiotikakonsum innerhalb einer Spitalklasse gab. Grosskrankenhäuser, mit einer komplexeren Patientenstruktur, verbrauchen im Durchschnitt mehr Antibiotika, verglichen mit kleinen und mittleren Spitälern.

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Das Ampel-System der WHO

Antibiotikakonsum in der Schweiz gemäss der AWaRe Einteilung („Ampelprinzip“)

Die WHO hat ein Klassifizierungssystem für Antibiotika entwickelt, bei welchem die vorhandenen Antibiotika in drei Kategorien eingeteilt werden (Access, Watch und Reserve) um die sachgemässe Verschreibung von Antibiotika zu verbessern [1]. Die Antibiotika der Access-Kategorie sollten bevorzugt verwendet werden, da sie wirksam sind und weniger zur Resistenzentwicklung beitragen als andere Antibiotika. In der Watch-Kategorie findet man Antibiotika welche nur für eine bestimmte, begrenzte Anzahl von Infektionen indiziert sind, während Reserve-Antibiotika nur als letzten Ausweg eingesetzt werden sollen.

In den Schweizer Spitälern, ist der Konsum von Antibiotika der Access Gruppe in den letzten Jahren weitgehend unverändert geblieben, während der Konsum von Antibiotika der Watch Gruppe tendenziell leicht rückläufig war. Reserve Antibiotika wurden 2018 mit 0.63 DDD pro100 Pflegetage zurückhaltend eingesetzt. Trotzdem, im Vergleich zu 2010 hat sich der Konsum von Antibiotika der Reserve Gruppe im stationären Sektor verdoppelt.

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Penicilline in Kombination mit einem Beta-Lactamasehemmer sind die am häufigsten eingesetzten Antibiotika in Schweizer Spitälern.

Die am häufigsten eingesetzten Antibiotika in Schweizer Spitälern waren 2018 die Penicilline in Kombination mit einem Beta-Lactamasehemmer (33%; ATC=J01CR), allen voran Amoxicillin-Clavulansäure mit 28%, aber auch Cephalosporine (23%; J01D), wie Cefuroxime ein Cephalosporin der 2. Generation (8%) oder Ceftriaxone ein Cephalosporin der 3. Generation (10%) wurden verbreitet angewendet. Fluorochinolone (8%, J01MA) und Makrolide (7%, J01F) wurden in der stationären Medizin ebenfalls häufig eingesetzt.

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