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Humanmedizin stationär

Fakten und Statistiken über den Einsatz von Antibiotika in der stationären Medizin der Schweiz.

Der Antibiotikakonsum in Schweizer Spitälern in den letzten 10 Jahren.

Der Gesamtverbrauch von Antibiotika (ATC-Gruppe J01) zur systemischen Anwendung im stationären Sektor belief sich 2019 in der Schweiz auf 53.1 DDD pro 100 Pflegetage oder 1.6 DDD pro 1000 Einwohner pro Tag. Im Vergleich dazu betrug der Gesamtverbrauch in Europa (ESAC-Net) im Jahr 2018 1.8 DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (Bereich: 0.8 – 2.5) [1].  Beim Konsum von Antibiotika in der stationären Medizin gibt es schweizweit nur geringe regionale Unterschiede, mit dem geringsten Konsum in der italienischen Schweiz, was aber grösstenteils darauf zurückzuführen ist, dass die italienische Schweiz kein universitäres Zentrum hat.

Die WHO hat ein Klassifizierungssystem für Antibiotika entwickelt, bei welchem die vorhandenen Antibiotika in drei Kategorien eingeteilt werden (Access, Watch und Reserve) um die sachgemässe Verschreibung von Antibiotika zu verbessern [2]. Die Antibiotika der Access-Kategorie sollten bevorzugt verwendet werden, da sie wirksam sind und weniger zur Resistenzentwicklung beitragen als andere Antibiotika. In der Watch-Kategorie findet man Antibiotika welche nur für eine bestimmte, begrenzte Anzahl von Infektionen indiziert sind, während Reserve-Antibiotika nur als letzten Ausweg eingesetzt werden sollen.

In den Schweizer Spitälern, ist der Konsum von Antibiotika der Access-Gruppe in den letzten Jahren weitgehend unverändert geblieben, während der Konsum von Antibiotika der Watch-Gruppe tendenziell leicht rückläufig ist. Der Verbrauch der „Reserve“-Gruppe hat hingegen in den letzten 10 Jahren stetig zugenommen.

Die Grafik zeigt den gesamten Antibiotikakonsum im stationären Bereich in der Schweiz in DDD /100 Pflegetagen oder in DDD / 100 Austritte. Durch Auswahl einer AWaRe-Gruppe kann der Verbrauch  dieser Gruppe pro Sprachregion angezeigt werden.

Links / Literaatur:

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Grössere Spitäler haben auf Grund der komplexeren Patienten einen höheren Antibiotikakonsum.

Eine Klassifizierung der Spitäler in Kleinkrankenhäuser (bis 200 Betten), mittlere Krankenhäuser (200-500 Betten) und Grosskrankenhäuser (über 500 Betten) zeigt auf, dass es grosse Unterschiede im Antibiotikakonsum innerhalb einer Spitalklasse gibt. Grosskrankenhäuser, mit einer komplexeren Patientenstruktur, verbrauchen im Durchschnitt mehr Antibiotika, verglichen mit kleinen und mittleren Spitälern.

Die Grafik zeigt die Verteilung des Antibiotikaverbrauchs pro Spital in DDDs pro 100-Pflegetagen oder in DDDs pro 100 Austritte.  Mit Hilfe des Dropdown-Menüs kann die Verteilung des Antibiotikaverbrauchs pro Krankenhausgröße oder auch pro Sprachregion angezeigt werden.

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Penicilline in Kombination mit einem Beta-Lactamasehemmer sind die am häufigsten eingesetzten Antibiotika in Schweizer Spitälern.

Mit fast einem Drittel aller in Schweizer Krankenhäusern eingesetzten Antibiotika, sind Penicilline in Kombination mit einem Beta-Laktamase-Hemmer (ATC=J01CR), insbesondere Amoxicillin-Clavulansäure, die am häufigsten verwendete Antibiotika Kategorie. Auch Cephalosporine (ATC=J01DB-DE), insbesondere das 2. Generation Cephalosporin Cefuroxim oder das 3.Generation Cephalosporin Ceftriaxon wurden häufig verwendet. Während die meisten Antibiotikagruppen einen stabilen oder leicht steigenden Verbrauchstrend aufweisen, ist der Konsum der Fluorchinolonen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.

Die interaktive Grafik zeigt den effektiven Verbrauch der einzelnen Antibiotikagruppen in DDD/100 Pflegetagen oder in DDD/100 Austritte in den letzten 10 Jahren und deren prozentuale Verteilung im ausgewählten Jahr.

 

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