Der Einsatz von Antibiotika ist ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von Antibiotikaresistenzen; daher ist dessen Überwachung unerlässlich, um Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und Maßnahmen zum verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika zu steuern und zu bewerten.

Gesamter Antibiotikaverbrauch

Der Antibiotikaeinsatz in der Schweiz variiert je nach Versorgungssektor erheblich:

  • Ambulanter Bereich: Verschreibungen erfolgen in der Regel in Hausarztpraxen, Kinderarztpraxen, Walk-in-Kliniken, Gemeinschaftspraxen und einigen Facharztpraxen. Auf diesen Sektor entfallen rund 85 % des gesamten Antibiotikaverbrauchs.
  • Stationärer Bereich: Zwar entfällt auf Spitäler ein deutlich geringerer Anteil am Gesamtverbrauch, doch werden dort schwere, komplexe Infektionen behandelt. Folglich unterscheiden sich die Verschreibungsmuster im stationären Bereich grundlegend und stützen sich stärker auf Antibiotika mit breiterem Spektrum und Reserveantibiotika, die nur als letztes Mittel eingesetzt werden.

Da sich die Art der Patientinnen und Patienten und der Erreger zwischen den Bereichen stark unterscheidet, erfordert ein effektives Antibiotikamanagement gezielte Strategien, die sowohl auf die ambulante als auch auf die stationäre Versorgung zugeschnitten sind.

Die Diagramme zeigen nationale Daten zum Antibiotikaeinsatz, aufgeschlüsselt nach Sprachregionen und AWaRe-Kategorien sowie im Vergleich zu den Werten anderer europäischer Länder. Sie basieren auf IQVIA™-Verkaufsdaten (Sell-In) aus dem Vertrieb der Pharmaindustrie an öffentliche Apotheken, selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte sowie Spitäler. 

nach Sprachregion und Versorgungssektor

nach Sprachregion und Versorgungssektor

Antibiotikaverbrauch nach Sprachregion und Versorgungsbereich

Der „One Health“-Aktionsplan im Rahmen der Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) beschreibt den Schweizer Ansatz zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen im Zeitraum 2024 bis 2027 und legt Ziele für den Antibiotikaeinsatz in der Humanmedizin fest. Für 2027 sieht der StAR-Aktionsplan ein Ziel von 10.2 DDD pro 1000 Einwohner pro Tag vor, was einer Reduktion des gesamten Antibiotikaeinsatzes in der Humanmedizin um 4 % gegenüber dem Referenzwert von 2019 entspricht.

Etwa 85 % der Antibiotika werden im ambulanten Bereich verschrieben. In der Schweiz variiert der Antibiotikaverbrauch je nach Sprachregion: Er ist in den französisch- und italienischsprachigen Regionen höher als im deutschsprachigen Raum.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Karte der Schweiz.

  • Region: Wenn Sie das Balkendiagramm verwenden, nutzen Sie das Dropdown-Menü „Region", um die Daten für die Schweiz („Switzerland") oder für eine Sprachregion anzuzeigen.
  • Jahr: Wenn Sie die Karte der Schweiz verwenden, nutzen Sie das Dropdown-Menü „Year", um ein bestimmtes Jahr auszuwählen.
  • Versorgungsbereich: Nutzen Sie das Dropdown-Menü „Setting", um die Daten aus dem ambulanten und dem stationären Bereich zu filtern oder zu kombinieren.

Wenn Sie mit der Maus über die Diagramme fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder Datenwerte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den gesamten Antibiotikaverbrauch in der Schweiz, gemessen in DID (definierte Tagesdosen pro 1000 Einwohner pro Tag).

  • Was das bedeutet: Ein Wert von 10 DID bedeutet, dass an einem typischen Tag etwa 1 % der Bevölkerung (10 von 1000 Personen) eine Standard-Dosis eines Antibiotikums erhält.
  • StAR-Ziel: Diese Daten dienen der Überwachung des StAR-Aktionsplans, dessen Ziel es ist, den Gesamtverbrauch bis 2027 auf 10.2 DID zu senken.

 

Abkürzungen

  • DID: Definierte Tagesdosis (DDD) pro 1000 Einwohner pro Tag
  • FSO: Bundesamt für Statistik

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB). 

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit und zwischen den Sprachregionen zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (DID): Die Anzahl DDD wird durch die Bevölkerungszahl (laut Bundesamt für Statistik) und durch die Anzahl Tage im Betrachtungszeitraum geteilt und anschliessend mit 1000 multipliziert. Diese Kennzahl schätzt den Anteil der Bevölkerung, der täglich mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt wird.

IQVIA™ – Nationale Absatzdaten

Die nationale Überwachung des Antibiotikaverbrauchs stützt sich auf umfassende Absatzdaten der Pharmaindustrie (Sell-In), die von IQVIA™ aggregiert werden.

  • Erfasste Daten: Berücksichtigt wird die Gesamtzahl der Antibiotika-Packungen, die die Pharmaindustrie direkt an die Vertriebsnetze verkauft. Die Daten beschränken sich nicht auf die Akutversorgung, sondern umfassen auch Rehabilitationseinrichtungen, Geriatriezentren, psychiatrische Kliniken und bestimmte Pflegeheime.
  • Vertriebskanäle: Es gibt drei Kanäle, die dem ambulanten und dem stationären Bereich zugeordnet werden. Der ambulante Bereich umfasst öffentliche Apotheken (APO) und selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte (SD), der stationäre Bereich die Spitäler (SPI).
  • Repräsentativität: Die Daten erlauben Auswertungen auf nationaler Ebene und für die drei Sprachregionen (Deutschschweiz einschliesslich Liechtenstein, Westschweiz, italienischsprachige Schweiz).
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nach Sprachregion und AWaRe-Kategorien

nach Sprachregion und AWaRe-Kategorien

Antibiotikaverbrauch nach Sprachregion und AWaRe-Kategorie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Klassifizierungssystem für Antibiotika eingeführt, das diese in drei Kategorien unterteilt: „Access“, „Watch“ und „Reserve“ („AWaRe“). Antibiotika der Kategorie „Access“ sollten grundsätzlich bevorzugt werden, da sie wirksam sind und im Vergleich zu anderen Antibiotika nur mässig zur Resistenzentwicklung beitragen. Die Kategorie „Watch” umfasst Antibiotika, die für eine begrenzte Anzahl von Indikationen vorgesehen sind und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der Resistenzbildung verbunden sind; sie stehen daher im Mittelpunkt von Programmen zum angemessenen Antibiotikaeinsatz und zur Überwachung. Antibiotika der Kategorie „Reserve“ sollten ausschliesslich als letzte Behandlungsoption eingesetzt werden.

Der Schweizer „One Health“-Aktionsplan im Rahmen der Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) legt ein Ziel von 69 % „Access“-Antibiotika bis 2027 fest.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm, Ringdiagramm oder Karte der Schweiz.

  • Sprachregion: Verfeinern Sie die Darstellung, indem Sie im Dropdown-Menü „Region“ eine bestimmte Sprachregion auswählen (verfügbar bei Balken-, Linien- und Ringdiagramm).
  • AWaRe-Kategorien: Filtern Sie die Daten über das Dropdown-Menü „AWaRe“. Bei Balken- und Liniendiagramm können Sie mehrere Kategorien gleichzeitig auswählen, bei der Karte der Schweiz lässt sich jeweils nur eine Kategorie darstellen.
  • Jahr: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Year“, um beim Ringdiagramm oder bei der Karte der Schweiz ein bestimmtes Jahr auszuwählen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen die Verteilung des Antibiotikaverbrauchs in der Schweiz auf die AWaRe-Kategorien, als Anteil am Gesamtverbrauch in Prozent. Grundlage der Berechnung sind die definierten Tagesdosen (DDD).

  • Was das bedeutet: Ein Wert von 60 % für die Kategorie „Access“ bedeutet, dass 60 % des gesamten Antibiotikaverbrauchs, gemessen in DID, auf diese Kategorie entfallen.
  • StAR-Ziel: Die Entwicklung wird am StAR-Ziel des BAG für 2027 gemessen, wonach die Kategorie „Access“ 69 % des Gesamtverbrauchs ausmachen soll. Ein Wert von 60 % läge somit unter dem Ziel: Der Anteil der Access-Antibiotika müsste bis 2027 steigen, damit das Ziel erreicht wird.

Abkürzungen

  • AWaRe: Klassifizierungssystem für Antibiotika
  • DDD: Definierte Tagesdosis  
  • DID: Definierte Tagesdosis (DDD) pro 1000 Einwohner pro Tag  
  • FOPH: Bundesamt für Gesundheit  
  • FSO: Bundesamt für Statistik

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB). Antibiotika werden anschliessend nach zwei sich ergänzenden Klassifizierungen gruppiert, die beide auf den ATC-Codes beruhen.

  • AWaRe-Klassifizierung: Die Antibiotika werden auf Grundlage WHO-Modellliste der unentbehrlichen Arzneimittel eingeteilt:
    • „Access“: Antibiotika erster Wahl für die häufigsten Infektionen, mit geringem Resistenzpotenzial.
    • „Watch“: Antibiotika, die zurückhaltender und gezielter eingesetzt werden sollten.
    • „Reserve“: Antibiotika, die als letzte Option bei schweren Infektionen durch multiresistente Bakterien vorgesehen sind.
  • Antibiotikaklassen: Sie gruppieren Antibiotika nach ihrer chemischen Struktur, beispielsweise Penicilline, Cephalosporine, Makrolide und Chinolone.
  • Die Klassifizierung nach Antibiotikaklasse zeigt, welche Antibiotika eingesetzt werden. Die Klassifizierung „AWaRe“ zeigt, wie angemessen dieser Einsatz mit Blick auf bakterielle Resistenzen ist. Beide Einteilungen betreffen die Qualität der Verordnung, setzen aber an unterschiedlichen Punkten an.

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit und zwischen den Sprachregionen zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (DID): Die Anzahl DDD wird durch die Bevölkerungszahl (laut Bundesamt für Statistik) und durch die Anzahl Tage im Betrachtungszeitraum geteilt und anschliessend mit 1000 multipliziert. Diese Kennzahl schätzt den Anteil der Bevölkerung, der täglich mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt wird.

IQVIA™ – Nationale Absatzdaten

Die nationale Überwachung des Antibiotikaverbrauchs stützt sich auf umfassende Absatzdaten der Pharmaindustrie (Sell-In), die von IQVIA™ aggregiert werden.

  • Erfasste Daten: Berücksichtigt wird die Gesamtzahl der Antibiotika-Packungen, die die Pharmaindustrie direkt an die primären Vertriebsnetze verkauft. Die Daten beschränken sich nicht auf die Akutversorgung, sondern umfassen auch Rehabilitationseinrichtungen, Geriatriezentren, psychiatrische Kliniken und bestimmte Pflegeheime.
  • Vertriebskanäle: Erfasst werden drei Kanäle, die dem ambulanten und dem stationären Bereich zugeordnet sind. Der ambulante Bereich umfasst öffentliche Apotheken (APO) und selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte (SD), der stationäre Bereich die Spitäler (SPI).
  • Repräsentativität: Die Daten erlauben Auswertungen auf nationaler Ebene und für die drei Sprachregionen (Deutschschweiz einschliesslich Liechtenstein, Westschweiz, italienischsprachige Schweiz).
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im Vergleich zu europäischen Ländern

im Vergleich zu europäischen Ländern

Antibiotikaverbrauch im Vergleich zu europäischen Ländern

Das ESAC-Net (European Surveillance of Antimicrobial Consumption Network), koordiniert vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), erhebt und analysiert Daten zum Antibiotikaverbrauch in den EU- und EWR-Ländern. Im europäischen Vergleich gehört der ambulante Antibiotikaverbrauch der Schweiz zu den tiefsten, der stationäre Verbrauch liegt im Mittelfeld.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Europakarte.

  • Region: Über das Dropdown-Menü „Region“ (verfügbar beim Liniendiagramm) lassen sich mehrere Regionen oder Länder gleichzeitig auswählen.
  • Jahr: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Year“, um beim Balkendiagramm oder bei der Europakarte ein bestimmtes Jahr auszuwählen.
  • Versorgungsbereich: Nutzen Sie das Dropdown-Menü „Setting“, um die Daten für den ambulanten Bereich, den stationären Bereich oder für beide Bereiche anzuzeigen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den Antibiotikaverbrauch in der Schweiz und in anderen Ländern, gemessen in DID (definierte Tagesdosen pro 1000 Einwohner pro Tag).

  • Was das bedeutet: Ein Wert von 10 DID bedeutet, dass an einem typischen Tag etwa 1 % der Bevölkerung (10 von 1000 Personen) eine Standard-Tagesdosis eines Antibiotikums erhält.
  • Details zum Balkendiagramm: Das Balkendiagramm zeigt den Antibiotikaverbrauch (ATC-Gruppe J01) nach Ländern in DID für das ausgewählte Jahr. Die Daten für die Schweiz sind zusätzlich nach Sprachregionen aufgeschlüsselt. Der Wert für „EU/EWR“ ist der Mittelwert aller am ESAC-Net teilnehmenden Länder. Über das Menü „Setting“ wählen Sie, für welchen Versorgungsbereich die Daten angezeigt werden.
  • Details zum Liniendiagramm: Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung des Antibiotikaverbrauchs (ATC-Gruppe J01) im Zeitverlauf für mehrere ausgewählte Länder oder Regionen. So lassen sich langfristige Verbrauchsmuster direkt vergleichen. Über das Menü „Setting“ können Sie diese Entwicklung für den ambulanten Bereich, den stationären Bereich oder für beide Bereiche zusammen anzeigen.

Abkürzungen

  • DDD: Definierte Tagesdosis  
  • DID: Definierte Tagesdosis (DDD) pro 1000 Einwohner pro Tag  
  • EEA: Europäischer Wirtschaftsraum  
  • ESAC-Net: Europäisches Netzwerk zur Überwachung des Antibiotikaverbrauchs  
  • EU: Europäische Union  
  • FSO: Bundesamt für Statistik  

     

     

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB).

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit und zwischen den Sprachregionen zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (DID): Die Anzahl DDD wird durch die Bevölkerungszahl (laut Bundesamt für Statistik) und durch die Anzahl Tage im Betrachtungszeitraum geteilt und anschliessend mit 1000 multipliziert. Diese Kennzahl schätzt den Anteil der Bevölkerung, der täglich mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt wird.

IQVIA™ – Nationale Absatzdaten

Die nationale Überwachung des Antibiotikaverbrauchs stützt sich auf umfassende Absatzdaten der Pharmaindustrie (Sell-In), die von IQVIA™ aggregiert werden.

  • Erfasste Daten: Berücksichtigt wird die Gesamtzahl der Antibiotika-Packungen, die die Pharmaindustrie direkt an die primären Vertriebsnetze verkauft. Die Daten beschränken sich nicht auf die Akutversorgung, sondern umfassen auch Rehabilitationseinrichtungen, Geriatriezentren, psychiatrische Kliniken und bestimmte Pflegeheime.
  • Vertriebskanäle: Erfasst werden drei Kanäle, die dem ambulanten und dem stationären Bereich zugeordnet sind. Der ambulante Bereich umfasst öffentliche Apotheken (APO) und selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte (SD), der stationäre Bereich die Spitäler (SPI).
  • Repräsentativität: Die Daten erlauben Auswertungen auf nationaler Ebene und für die drei Sprachregionen (Deutschschweiz einschliesslich Liechtenstein, Westschweiz, italienischsprachige Schweiz).

Für den europäischen Vergleich stammen die Daten aus dem ESAC-Net und werden nicht von uns erhoben, sondern aus bestehenden Überwachungsquellen entnommen. Die Zahlen werden vom ECDC berechnet, wobei die DID-Werte direkt aus dem offiziellen European Antimicrobial Consumption Dashboard extrahiert werden (Datenextraktion am 10. Juli 2025). ESAC-Net ist ein europaweites Netzwerk nationaler Überwachungssysteme, das den Antibiotikaverbrauch in den EU- und EWR-Ländern sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch im Krankenhaussektor erfasst und analysiert.

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Antibiotikaverbrauch im ambulanten Bereich

Die Grafiken zeigen die Antibiotika, die an Patientinnen und Patienten im ambulanten Sektor abgegeben werden, sei es in einer Apotheke oder direkt durch selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte. In der Schweiz stammen die Verschreibungsdaten hauptsächlich aus Abrechnungsunterlagen, die bei den Krankenkassen eingereicht und von santéservices ag zusammengestellt und zentralisiert werden. Ergänzt werden diese Daten durch Angaben aus dem Sentinella-Netzwerk, einer Gruppe von Grundversorgenden (Allgemeine Innere Medizin) und Kinderärztinnen und Kinderärzten, die ihre Verschreibungen freiwillig melden. Diese zweite Quelle liefert nicht nur Informationen über die Menge der eingesetzten Antibiotika, sondern auch über die Infektionsarten, für die sie verschrieben werden.

Die Daten zum Antibiotikaverbrauch werden nach Kanton, Fachgebiet, Indikation, AWaRe-Kategorie und Antibiotikaklasse aufgeschlüsselt.

nach Kanton

nach Kanton

Antibiotikaverbrauch nach Kanton

Diese Grafik veranschaulicht die Unterschiede im Antibiotikaverbrauch zwischen den Schweizer Kantonen. Über alle Jahre hinweg weisen die französischsprachigen Regionen und das Tessin einen höheren Verbrauch auf als die Deutschschweiz. Diese Unterschiede spiegeln nicht unbedingt einen unterschiedlichen medizinischen Bedarf wider, sondern vielmehr verschiedene Verschreibungsgewohnheiten und kulturelle Einstellungen im Umgang mit häufigen Infektionen.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Karte der Schweiz.

  • Kanton: Filtern Sie die Daten über das Dropdown-Menü „Region" (verfügbar beim Balken- und beim Liniendiagramm). Sie können mehrere Kantone gleichzeitig auswählen.
  • Jahr: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Year", um beim Balkendiagramm oder bei der Karte der Schweiz ein bestimmtes Jahr auszuwählen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den ambulanten Antibiotikaverbrauch in den Schweizer Kantonen, gemessen in alters- und geschlechtsstandardisierten DID (definierte Tagesdosen pro 1000 Einwohner pro Tag), zugeordnet nach dem Wohnkanton der Patientinnen und Patienten.

  • Was das bedeutet: DID gibt an, wie viele Standard-Tagesdosen pro 1000 Einwohner und Tag im Durchschnitt bezogen werden.

Abkürzungen

  • DDD: Definierte Tagesdosis  
  • DID: Definierte Tagesdosis (DDD) pro 1000 Einwohner pro Tag  
  • FSO: Bundesamt für Statistik

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB).

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit und zwischen den Regionen zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (DID): Die Anzahl DDD wird durch die Bevölkerungszahl (laut Bundesamt für Statistik) und durch die Anzahl Tage im Betrachtungszeitraum geteilt und anschliessend mit 1000 multipliziert. Diese Kennzahl schätzt den Anteil der Bevölkerung, der täglich mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt wird.

santéservices ag – Daten zu Krankenversicherungsabrechnungen

Die Erfassung der ambulanten Verschreibungen stützt sich auf die Abrechnungsdaten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung aus der Datenbank „Tarifpool" der santéservices ag. Erfasst sind jene Leistungen, für die eine Rechnung bei den Krankenversicherern eingereicht oder von den Leistungserbringern direkt an sie fakturiert wurde.

  • Erfasste Daten: Erfasst wird die Anzahl Antibiotika-Packungen, die auf Rezept in öffentlichen Apotheken, durch selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte oder in ambulanten Abteilungen von Spitälern abgegeben und den Krankenversicherern in Rechnung gestellt wurden. Der Tarifpool deckte 2015 rund 85 % der obligatorisch versicherten Bevölkerung ab, nach 2019 stieg dieser Anteil auf über 97 %.
  • Nicht erfasste Daten: Rechnungen, welche die versicherte Person zurückbehält (etwa wegen einer hohen Franchise), und nicht eingereichte Papierrechnungen sind in der Datenbank nicht enthalten.
  • Datenbereinigung: Fehlende Daten werden weder ergänzt noch geschätzt. Wird eine Abweichung zwischen Kosten und Packungszahl festgestellt, etwa wenn die Anzahl Packungen mit der Anzahl Einheiten pro Packung verwechselt wurde, wird die Packungszahl anhand der gewichteten Medianenkosten pro Packung korrigiert.
  • Hochrechnung: Die Rohdaten werden in zwei Schritten hochgerechnet. Zunächst wird korrigiert, dass der Tarifpool nicht alle Versicherer und Leistungserbringer abdeckt, anschliessend wird auf die gesamte obligatorisch versicherte Bevölkerung der Schweiz hochgerechnet.
  • Standardisierung: Um strukturelle demografische Unterschiede zwischen den Kantonsbevölkerungen zu berücksichtigen, werden die DID-Raten direkt nach Alter und Geschlecht standardisiert.
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nach AWaRe-Kategorie und Antibiotikaklasse

nach AWaRe-Kategorie und Antibiotikaklasse

Antibiotikaverbrauch nach AWaRe- und Antibiotikakategorie

Die Weltgesundheitsorganisation unterteilt Antibiotika in drei Kategorien (AWaRe). „Access"-Antibiotika sind wirksame Erstlinienbehandlungen mit geringem Resistenzrisiko und sollten bevorzugt eingesetzt werden. „Watch"-Antibiotika weisen ein breiteres Wirkungsspektrum und ein höheres Resistenzpotenzial auf; sie sollten spezifischeren Indikationen vorbehalten bleiben. „Reserve"-Antibiotika sind Mittel der letzten Wahl, die nur bei schweren Infektionen mit resistenten Erregern eingesetzt werden dürfen.

Diese Grafik zeigt für jeden Kanton den Verbrauch der einzelnen AWaRe-Kategorien bzw. Antibiotikaklassen, ausgedrückt in alters- und geschlechtsstandardisierten DDD pro 1000 Einwohner pro Tag oder als Anteil am Gesamtverbrauch.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm, Karte der Schweiz oder Sunburst-Diagramm.

  • Jahr: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Year", um beim Balkendiagramm, bei der Karte der Schweiz oder beim Sunburst-Diagramm ein bestimmtes Jahr auszuwählen.
  • Region: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Region" nach einem bestimmten Kanton (verfügbar beim Liniendiagramm und beim Sunburst-Diagramm).
  • Kategorie: Beim Balken- und beim Liniendiagramm wechseln Sie über den Schalter zwischen den Dimensionen „AWaRe Group" und „Antibiotic Category".
  • Unterkategorie: Filtern Sie bestimmte Datengruppen über das Dropdown-Menü „Subcategory". Beim Balken- und beim Liniendiagramm lassen sich mehrere Elemente gleichzeitig auswählen, bei der Karte der Schweiz jeweils nur eines.
  • Als % anzeigen: Aktivieren Sie diese Option, um die Daten von absoluten Werten in prozentuale Anteile am Gesamtverbrauch umzurechnen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den ambulanten Antibiotikaverbrauch in den Schweizer Kantonen, aufgeschlüsselt nach AWaRe- oder Antibiotikakategorien, gemessen in alters- und geschlechtsstandardisierten DID (definierte Tagesdosen pro 1000 Einwohner pro Tag), zugeordnet nach dem Wohnkanton der Patientinnen und Patienten.

  • Was das bedeutet: DID gibt an, wie viele Standard-Tagesdosen pro 1000 Einwohner und Tag im Durchschnitt bezogen werden. Alternativ lässt sich der Anteil einzelner AWaRe-Kategorien am gesamten ambulanten Verbrauch darstellen.
  • Standardisierung: Um strukturelle demografische Unterschiede zwischen den Kantonsbevölkerungen zu berücksichtigen, werden die DID-Raten direkt nach Alter und Geschlecht standardisiert.

Abkürzungen

  • AWaRe: Klassifizierungssystem für Zugriff, Anzeige und Reservierung  
  • DDD: Definierte Tagesdosis  
  • DID: Definierte Tagesdosis (DDD) pro 1000 Einwohner pro Tag  
  • FSO: Bundesamt für Statistik  

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB). Antibiotika werden anschliessend nach zwei sich ergänzenden Klassifizierungen gruppiert, die beide auf den ATC-Codes beruhen.

  • AWaRe-Klassifizierung: Die Antibiotika werden auf Grundlage der WHO-Liste der unentbehrlichen Arzneimittel eingeteilt:
    • „Access": Antibiotika erster Wahl für die häufigsten Infektionen, mit geringem Resistenzpotenzial.
    • „Watch": Antibiotika, die zurückhaltender und gezielter eingesetzt werden sollten.
    • „Reserve": Antibiotika, die als letzte Option bei schweren Infektionen durch multiresistente Bakterien vorgesehen sind.
  • Antibiotikaklassen: Sie gruppieren Antibiotika nach ihrer chemischen Struktur, beispielsweise Penicilline, Cephalosporine, Makrolide und Chinolone.
  • Die Klassifizierung nach Antibiotikaklasse zeigt, welche Antibiotika eingesetzt werden. Die Klassifizierung „AWaRe" zeigt, wie angemessen dieser Einsatz mit Blick auf bakterielle Resistenzen ist. Beide Einteilungen betreffen die Qualität der Verordnung, setzen aber an unterschiedlichen Punkten an.

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit, zwischen den Regionen und zwischen Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (DID): Die Anzahl DDD wird durch die Bevölkerungszahl (laut Bundesamt für Statistik) und durch die Anzahl Tage im Betrachtungszeitraum geteilt und anschliessend mit 1000 multipliziert. Diese Kennzahl schätzt den Anteil der Bevölkerung, der täglich mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt wird.

santéservices ag – Daten zu Krankenversicherungsabrechnungen

Die Erfassung der ambulanten Verschreibungen stützt sich auf die Abrechnungsdaten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung aus der Datenbank „Tarifpool" der santéservices ag. Erfasst sind jene Leistungen, für die eine Rechnung bei den Krankenversicherern eingereicht oder von den Leistungserbringern direkt an sie fakturiert wurde.

  • Erfasste Daten: Erfasst wird die Anzahl Antibiotika-Packungen, die auf Rezept in öffentlichen Apotheken, durch selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte oder in ambulanten Abteilungen von Spitälern abgegeben und den Krankenversicherern in Rechnung gestellt wurden. Der Tarifpool deckte 2015 rund 85 % der obligatorisch versicherten Bevölkerung ab, nach 2019 stieg dieser Anteil auf über 97 %.
  • Nicht erfasste Daten: Rechnungen, welche die versicherte Person zurückbehält (etwa wegen einer hohen Franchise), und nicht eingereichte Papierrechnungen sind in der Datenbank nicht enthalten.
  • Datenbereinigung: Fehlende Daten werden weder ergänzt noch geschätzt. Wird eine Abweichung zwischen Kosten und Packungszahl festgestellt, etwa wenn die Anzahl Packungen mit der Anzahl Einheiten pro Packung verwechselt wurde, wird die Packungszahl anhand der gewichteten Medianenkosten pro Packung korrigiert.
  • Hochrechnung: Die Rohdaten werden in zwei Schritten hochgerechnet. Zunächst wird korrigiert, dass der Tarifpool, der Daten auf Produktebene liefert, nicht alle Versicherer und Leistungserbringer abdeckt. Anschliessend wird auf die gesamte obligatorisch versicherte Bevölkerung der Schweiz hochgerechnet.
  • Standardisierung: Um strukturelle demografische Unterschiede zwischen den Kantonsbevölkerungen zu berücksichtigen, werden die DID-Raten direkt nach Alter und Geschlecht standardisiert.
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nach medizinischen Fachgebieten

nach medizinischen Fachgebieten

Antibiotikaverbrauch nach medizinischem Fachgebiet

In der Schweiz verschreiben, wie in den meisten Ländern, Grundversorgende den Grossteil der Antibiotika, die ausserhalb von Spitälern verabreicht werden, und sind damit die erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten mit häufigen Infektionen. Auch andere medizinische Fachgebiete tragen wesentlich zum Antibiotikaverbrauch bei, insbesondere die Pädiatrie bei Infektionen im Kindesalter, die Dermatologie bei Hautinfektionen und die Gynäkologie bei Harnwegs- und Genitalinfektionen. Gemeinschaftspraxen können mehreren Fachgebieten zugeordnet sein, da die dort tätigen Ärztinnen und Ärzte in einem oder mehreren Fachgebieten ausgebildet sind.

Diese Grafik zeigt für die Schweiz und nach Kanton, welcher Anteil des Antibiotikaverbrauchs auf die einzelnen medizinischen Fachgebiete entfällt.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Karte der Schweiz.

  • Jahr: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Year", um beim Balkendiagramm oder bei der Karte der Schweiz ein bestimmtes Jahr auszuwählen.
  • Fachgebiet: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Specialty" nach medizinischen Fachgebieten. Beim Balken- und beim Liniendiagramm lassen sich mehrere Fachgebiete gleichzeitig auswählen, bei der Karte der Schweiz jeweils nur eines.
  • Region: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Region" nach einem bestimmten Kanton (verfügbar beim Liniendiagramm).
  • Als % anzeigen: Aktivieren Sie diese Option, um die Daten von absoluten Werten in prozentuale Anteile am Gesamtverbrauch umzurechnen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den ambulanten Antibiotikaverbrauch in den Schweizer Kantonen, aufgeschlüsselt nach medizinischen Fachgebieten, gemessen in alters- und geschlechtsstandardisierten DID (definierte Tagesdosen pro 1000 Einwohner pro Tag), zugeordnet nach dem Wohnkanton der Patientinnen und Patienten.

  • Was das bedeutet: Ein Wert von 3.2 DID für das Fachgebiet „General Internal Medicine" im Kanton Bern bedeutet, dass an einem typischen Tag 3.2 von 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern des Kantons Bern eine Standard-Tagesdosis eines Antibiotikums erhalten, die aus diesem Fachgebiet verschrieben wurde. Das entspricht rund 0.3 % der Kantonsbevölkerung.

Abkürzungen

  • DDD: Definierte Tagesdosis  
  • DID: Definierte Tagesdosis (DDD) pro 1000 Einwohner pro Tag  
  • FSO: Bundesamt für Statistik 

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB). Antibiotika werden anschliessend nach zwei sich ergänzenden Klassifizierungen gruppiert, die beide auf den ATC-Codes beruhen.

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit und zwischen den Regionen zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (DID): Die Anzahl DDD wird durch die Bevölkerungszahl (laut Bundesamt für Statistik) und durch die Anzahl Tage im Betrachtungszeitraum geteilt und anschliessend mit 1000 multipliziert. Diese Kennzahl schätzt den Anteil der Bevölkerung, der täglich mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt wird.

santéservices ag – Daten zu Krankenversicherungsabrechnungen

Die Erfassung der ambulanten Verschreibungen stützt sich auf die Abrechnungsdaten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung aus der Datenbank „Tarifpool" der santéservices ag. Erfasst sind jene Leistungen, für die eine Rechnung bei den Krankenversicherern eingereicht oder von den Leistungserbringern direkt an sie fakturiert wurde.

  • Erfasste Daten: Erfasst wird die Anzahl Antibiotika-Packungen, die auf Rezept in öffentlichen Apotheken, durch selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte oder in ambulanten Abteilungen von Spitälern abgegeben und den Krankenversicherern in Rechnung gestellt wurden. Der Tarifpool deckte 2015 rund 85 % der obligatorisch versicherten Bevölkerung ab, nach 2019 stieg dieser Anteil auf über 97 %.
  • Nicht erfasste Daten: Rechnungen, welche die versicherte Person zurückbehält (etwa wegen einer hohen Franchise), und nicht eingereichte Papierrechnungen sind in der Datenbank nicht enthalten.
  • Datenbereinigung: Fehlende Daten werden weder ergänzt noch geschätzt. Wird eine Abweichung zwischen Kosten und Packungszahl festgestellt, etwa wenn die Anzahl Packungen mit der Anzahl Einheiten pro Packung verwechselt wurde, wird die Packungszahl anhand der gewichteten Medianenkosten pro Packung korrigiert.
  • Hochrechnung: Die Rohdaten werden in zwei Schritten hochgerechnet. Zunächst wird korrigiert, dass der Tarifpool, der Daten auf Produktebene liefert, nicht alle Versicherer und Leistungserbringer abdeckt. Anschliessend wird auf die gesamte obligatorisch versicherte Bevölkerung der Schweiz hochgerechnet.
  • Standardisierung: Um strukturelle demografische Unterschiede zwischen den Kantonsbevölkerungen zu berücksichtigen, werden die DID-Raten direkt nach Alter und Geschlecht standardisiert.
  • Neuzuordnung der medizinischen Fachgebiete: Sind im FMH-Ärztestatistik-Register für einen Kanton und ein bestimmtes Jahr weniger als vier Ärztinnen und Ärzte eines Fachgebiets erfasst, wird dieses Fachgebiet der Kategorie „Sonstige" zugeordnet. Die Zusammensetzung dieser Kategorie kann daher je nach Kanton und Jahr variieren.
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nach Altersgruppe und Geschlecht

nach Altersgruppe und Geschlecht

Antibiotikaverbrauch nach Altersgruppe und Geschlecht

Der Antibiotikaeinsatz variiert je nach Alter und Geschlecht. Er ist im Allgemeinen bei Kleinkindern höher, was auf die Häufigkeit von Atemwegs- sowie Hals-, Nasen- und Ohreninfektionen in diesem Alter zurückzuführen ist. Ebenfalls erhöht ist er bei älteren Menschen, die anfälliger für Harnwegs- und Atemwegsinfektionen sind. Bei Erwachsenen ist der Antibiotikaeinsatz bei Frauen höher. Dies gilt auch nach Ausschluss der typischerweise bei Harnwegsinfektionen verschriebenen Antibiotika, was darauf hindeutet, dass der Unterschied nicht ausschliesslich auf diese Infektionen zurückzuführen ist, sondern möglicherweise auch auf allgemeinere Unterschiede in der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und im Konsultationsverhalten zwischen Männern und Frauen.

Diese Grafik veranschaulicht diese Muster für die Schweiz und nach Kanton.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Karte der Schweiz.

  • Region: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Region" nach einem bestimmten Kanton (verfügbar beim Balken- und beim Liniendiagramm).
  • Jahr: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Year", um beim Balkendiagramm oder bei der Karte der Schweiz ein bestimmtes Jahr auszuwählen.
  • Altersgruppe: Filtern Sie die Daten über das Dropdown-Menü „Age group". Beim Liniendiagramm lassen sich mehrere Altersgruppen gleichzeitig auswählen, bei der Karte der Schweiz jeweils nur eine.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den ambulanten Antibiotikaverbrauch in den Schweizer Kantonen, aufgeschlüsselt nach Altersgruppe und Geschlecht, gemessen in DID (definierte Tagesdosen pro 1000 Einwohner pro Tag), zugeordnet nach dem Wohnkanton der Patientinnen und Patienten.

  • Was das bedeutet: Ein Wert von 5.2 DID für Männer und 8.2 DID für Frauen in der Altersgruppe 31 bis 40 bedeutet, dass an einem typischen Tag 5.2 von 1000 Männern und 8.2 von 1000 Frauen dieser Altersgruppe eine Standard-Tagesdosis eines Antibiotikums erhalten. Frauen dieser Altersgruppe beziehen somit rund 60 % mehr Antibiotika als gleichaltrige Männer.

Abkürzungen

  • AWaRe: Klassifizierungssystem für Zugriff, Anzeige und Reservierung  
  • DDD: Definierte Tagesdosis  
  • DID: Definierte Tagesdosis (DDD) pro 1.000 Einwohner pro Tag  
  • FSO: Bundesamt für Statistik 

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB).

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit und zwischen den Regionen zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (DID): Die Anzahl DDD wird durch die Bevölkerungszahl (laut Bundesamt für Statistik) und durch die Anzahl Tage im Betrachtungszeitraum geteilt und anschliessend mit 1000 multipliziert. Diese Kennzahl schätzt den Anteil der Bevölkerung, der täglich mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt wird.

santéservices ag – Daten zu Krankenversicherungsabrechnungen

Die Erfassung der ambulanten Verschreibungen stützt sich auf die Abrechnungsdaten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung aus der Datenbank „Tarifpool" der santéservices ag. Erfasst sind jene Leistungen, für die eine Rechnung bei den Krankenversicherern eingereicht oder von den Leistungserbringern direkt an sie fakturiert wurde.

  • Erfasste Daten: Erfasst wird die Anzahl Antibiotika-Packungen, die auf Rezept in öffentlichen Apotheken, durch selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte oder in ambulanten Abteilungen von Spitälern abgegeben und den Krankenversicherern in Rechnung gestellt wurden. Der Tarifpool deckte 2015 rund 85 % der obligatorisch versicherten Bevölkerung ab, nach 2019 stieg dieser Anteil auf über 97 %.
  • Nicht erfasste Daten: Rechnungen, welche die versicherte Person zurückbehält (etwa wegen einer hohen Franchise), und nicht eingereichte Papierrechnungen sind in der Datenbank nicht enthalten.
  • Datenbereinigung: Fehlende Daten werden weder ergänzt noch geschätzt. Wird eine Abweichung zwischen Kosten und Packungszahl festgestellt, etwa wenn die Anzahl Packungen mit der Anzahl Einheiten pro Packung verwechselt wurde, wird die Packungszahl anhand der gewichteten Medianenkosten pro Packung korrigiert.
  • Hochrechnung: Die Rohdaten werden in zwei Schritten hochgerechnet. Zunächst wird korrigiert, dass der Tarifpool, der Daten auf Produktebene liefert, nicht alle Versicherer und Leistungserbringer abdeckt. Anschliessend wird auf die gesamte obligatorisch versicherte Bevölkerung der Schweiz hochgerechnet.
  • Standardisierung: Um strukturelle demografische Unterschiede zwischen den Kantonsbevölkerungen zu berücksichtigen, werden die DID-Raten direkt nach Alter und Geschlecht standardisiert.
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nach medizinischem Fachgebiet und Altersgruppe

nach medizinischem Fachgebiet und Altersgruppe

Antibiotikaverbrauch nach medizinischem Fachgebiet und Altersgruppe

Die Wahl der Antibiotikaklasse hängt von der Art der Infektion ab. Kinderärztinnen und Kinderärzte verschreiben bei Kindern Penicilline wie Amoxicillin bei Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und der Atemwege, während Dermatologinnen und Dermatologen bei Hautinfektionen eher Tetracycline einsetzen.

Diese Tabelle veranschaulicht, welche Antibiotikaklassen je nach Fachgebiet und Altersgruppe der Patientinnen und Patienten bevorzugt werden.

How to use interactive graph

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Karte der Schweiz.

  • Fachgebiet: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Specialty" nach medizinischen Fachgebieten. Beim Balken- und beim Liniendiagramm lassen sich mehrere Fachgebiete gleichzeitig auswählen, bei der Karte der Schweiz jeweils nur eines.
  • Region: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Region" nach einem bestimmten Kanton (verfügbar beim Liniendiagramm).
  • Jahr: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Year", um beim Balkendiagramm oder bei der Karte der Schweiz ein bestimmtes Jahr auszuwählen.
  • Altersgruppe: Filtern Sie die Daten über das Dropdown-Menü „Age group". Beim Liniendiagramm lassen sich mehrere Altersgruppen gleichzeitig auswählen, bei der Karte der Schweiz jeweils nur eine.
  • Antibiotikaklasse: Bei der Karte können Sie über das Dropdown-Menü „Antibiotic category" eine Antibiotikaklasse auswählen.
  • Als % anzeigen: Aktivieren Sie diese Option, um die Daten von absoluten Werten in prozentuale Anteile umzurechnen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den ambulanten Antibiotikaverbrauch in den Schweizer Kantonen, aufgeschlüsselt nach medizinischen Fachgebieten, gemessen in geschlechtsstandardisierten DID (definierte Tagesdosen pro 1000 Einwohner pro Tag), zugeordnet nach dem Wohnkanton der Patientinnen und Patienten.

  • Was das bedeutet: Ein Wert von z. B. 0.8 standardisierten DID für das Fachgebiet „Dermatology", die Antibiotikaklasse „Tetracyclines" und die Altersgruppe 16 bis 20 bedeutet, dass an einem typischen Tag 0.8 von 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern dieser Altersgruppe eine Standard-Dosis eines Tetrazyklins erhalten, das von einer Dermatologin oder einem Dermatologen verschrieben wurde.
  • Standardisierung: Um strukturelle demografische Unterschiede zwischen den Kantonsbevölkerungen zu berücksichtigen, werden die DID-Raten anhand der Schweizer Standardbevölkerung direkt nach Geschlecht standardisiert.

Abkürzungen

  • DDD: Definierte Tagesdosis  
  • DID: Definierte Tagesdosis (DDD) pro 1000 Einwohner pro Tag  
  • FMH: Foederatio Medicorum Helveticorum (Schweizerische Ärztegesellschaft)  
  • FSO: Bundesamt für Statistik  

     

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB). Antibiotika werden anschliessend nach zwei sich ergänzenden Klassifizierungen gruppiert, die beide auf den ATC-Codes beruhen.

  • AWaRe-Klassifizierung: Sie unterteilt Antibiotika in die Kategorien „Access", „Watch" und „Reserve" sowie in die Kategorien „Not recommended" und „Not classified".
  • Antibiotikaklassen: Sie gruppieren Antibiotika nach ihrer chemischen Struktur, beispielsweise Penicilline, Cephalosporine, Makrolide und Chinolone.
  • Die Klassifizierung nach Antibiotikaklasse zeigt, welche Antibiotika eingesetzt werden. Die Klassifizierung „AWaRe" zeigt, wie angemessen dieser Einsatz mit Blick auf bakterielle Resistenzen ist. Beide Einteilungen betreffen die Qualität der Verordnung, setzen aber an unterschiedlichen Punkten an.

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit und zwischen den Regionen zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • DDD pro 1000 Einwohner pro Tag (DID): Die Anzahl DDD wird durch die Bevölkerungszahl (laut Bundesamt für Statistik) und durch die Anzahl Tage im Betrachtungszeitraum geteilt und anschliessend mit 1000 multipliziert. Diese Kennzahl schätzt den Anteil der Bevölkerung, der täglich mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt wird.

santéservices ag – Daten zu Krankenversicherungsabrechnungen

Die Erfassung der ambulanten Verschreibungen stützt sich auf die Abrechnungsdaten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung aus der Datenbank „Tarifpool" der santéservices ag. Erfasst sind jene Leistungen, für die eine Rechnung bei den Krankenversicherern eingereicht oder von den Leistungserbringern direkt an sie fakturiert wurde.

  • Erfasste Daten: Erfasst wird die Anzahl Antibiotika-Packungen, die auf Rezept in öffentlichen Apotheken, durch selbstdispensierende Ärztinnen und Ärzte oder in ambulanten Abteilungen von Spitälern abgegeben und den Krankenversicherern in Rechnung gestellt wurden. Der Tarifpool deckte 2015 rund 85 % der obligatorisch versicherten Bevölkerung ab, nach 2019 stieg dieser Anteil auf über 97 %.
  • Nicht erfasste Daten: Rechnungen, welche die versicherte Person zurückbehält (etwa wegen einer hohen Franchise), und nicht eingereichte Papierrechnungen sind in der Datenbank nicht enthalten.
  • Datenbereinigung: Fehlende Daten werden weder ergänzt noch geschätzt. Wird eine Abweichung zwischen Kosten und Packungszahl festgestellt, etwa wenn die Anzahl Packungen mit der Anzahl Einheiten pro Packung verwechselt wurde, wird die Packungszahl anhand der gewichteten Medianenkosten pro Packung korrigiert.
  • Hochrechnung: Die Rohdaten werden in zwei Schritten hochgerechnet. Zunächst wird korrigiert, dass der Tarifpool, der Daten auf Produktebene liefert, nicht alle Versicherer und Leistungserbringer abdeckt. Anschliessend wird auf die gesamte obligatorisch versicherte Bevölkerung der Schweiz hochgerechnet.
  • Standardisierung: Um strukturelle demografische Unterschiede zwischen den Kantonsbevölkerungen zu berücksichtigen, werden die DID-Raten direkt nach Alter und Geschlecht standardisiert.
  • Neuzuordnung der medizinischen Fachgebiete: Sind im FMH-Ärzteregister für einen Kanton und ein bestimmtes Jahr weniger als vier Ärztinnen und Ärzte eines Fachgebiets erfasst, wird dieses Fachgebiet der Kategorie „Sonstige" zugeordnet. Die Zusammensetzung dieser Kategorie kann daher je nach Kanton und Jahr variieren.
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nach Indikationen

nach Indikationen

Antibiotikaeinsatz nach Indikationen

Antibiotika werden zur Behandlung einer Vielzahl von Infektionen eingesetzt. Am häufigsten kommen sie bei Infektionen der Atemwege, der Harnwege sowie der Haut und Weichteile zum Einsatz.

Diese Grafik zeigt, wie häufig Antibiotika für die einzelnen Indikationen verschrieben wurden, ausgedrückt als Anzahl der Verschreibungen (pro Konsultation oder pro Bevölkerung) oder als Prozentsatz der Gesamtzahl.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Ringdiagramm.

  • Jahr: Beim Ringdiagramm filtern Sie über das Dropdown-Menü „Year" die Daten für ein bestimmtes Jahr.
  • Verschreibende: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Prescriber Type" nach der verschreibenden Person (Allgemeinmedizin und Innere Medizin oder Pädiatrie).
  • Einheit: Beim Balken- und beim Liniendiagramm zeigen Sie über das Dropdown-Menü „Unit" die Werte entweder als Verschreibungen pro 1000 Konsultationen oder pro 100'000 Einwohner an.
  • Atemwegsinfektionen: Aktivieren Sie die Option „Group respiratory indications", um die Indikationen der Atemwegsinfektionen zusammenzufassen.
  • Als % anzeigen: Aktivieren Sie diese Option, um die relative Verteilung der Indikationen als prozentualen Anteil an den Gesamtverschreibungen anzuzeigen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen die Verschreibungshäufigkeit von Antibiotika im ambulanten Bereich der Schweiz, aufgeschlüsselt nach klinischen Indikationen.

  • Was das bedeutet: Die Werte zeigen die klinischen Indikationen, für die ein Antibiotikum verschrieben wird, etwa Atemwegsinfektionen, Harnwegsinfektionen oder Mittelohrentzündungen. So lässt sich die Verschreibungshäufigkeit pro Indikation nachvollziehen, ausgedrückt entweder pro 1000 Konsultationen oder pro 100'000 Einwohner. Ein Wert von z. B. 0.4 für die Indikation „Sinusitis" und die Antibiotikaklasse „Comb. of penicillins" bedeutet, dass Allgemeinmedizinerinnen und Internisten in diesem Jahr auf 1000 Konsultationen 0.4 Verschreibungen einer Penicillin-Kombination gegen Sinusitis ausgestellt haben.

Abkürzungen

  • FMH: Foederatio Medicorum Helveticorum (Schweizerische Ärztegesellschaft)  
  • FOPH: Bundesamt für Gesundheit  

Datenstruktur und -verarbeitung

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Im ambulanten Bereich werden die Verschreibungen aus dem Sentinella-Netzwerk als Kennzahlen ausgedrückt, um Vergleiche über die Zeit zu ermöglichen.

  • Standardisierung: Die Anzahl Verschreibungen wird durch die Anzahl Konsultationen (im Sprechzimmer und zu Hause) geteilt und mit 1000 multipliziert, was die Verschreibungen pro 1000 Konsultationen ergibt.
  • Alternativer Nenner: Die Verschreibungen können auch pro 100'000 Einwohner ausgedrückt werden, hochgerechnet auf Grundlage der Bevölkerung, die von den Ärztinnen und Ärzten des Sentinella-Netzwerks in der Grundversorgung betreut wird.

Sentinella – Daten zur Überwachung ambulanter Verschreibungen

Die Verschreibungsindikationen stammen aus dem Schweizer Überwachungsnetzwerk „Sentinella", einem Kooperationsprojekt zwischen Grundversorgerinnen und Grundversorgern, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und den universitären Instituten für Hausarztmedizin.

  • Erfasste Daten: Die Teilnehmenden füllen für jede Patientin und jeden Patienten, denen sie ein Antibiotikum verschrieben haben, einen wöchentlichen Fragebogen aus. Angegeben werden die Anzahl Konsultationen (einschliesslich Konsultationen im Sprechzimmer und Hausbesuche) sowie die Wahl des Antibiotikums und die Verschreibungsindikation, wie vom Arzt beurteilt.
  • Ausschlüsse: Beobachtungen von Mitgliedern, die ihre Daten unregelmässig übermittelt haben (weniger als 39 Wochen pro Jahr oder weniger als eine Verschreibung pro Woche), werden nicht berücksichtigt.
  • Repräsentativität: Die Überwachungsinfrastruktur beruht auf einem Netzwerk von rund 140 Grundversorgerinnen und Grundversorgern sowie 25 Kinderärztinnen und Kinderärzten in der gesamten Schweiz. Auch wenn es sich um ein freiwilliges System handelt, das tendenziell Ärztinnen und Ärzte mit besonderem Interesse an Infektionskrankheiten anzieht, gilt es als repräsentativ für die Grundversorgung.
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nach Indikation und Antibiotikaklasse

nach Indikation und Antibiotikaklasse

Antibiotikaeinsatz nach Indikationen und Antibiotika Kategorie

Antibiotika werden zur Behandlung einer Vielzahl von Infektionen verschrieben. Am häufigsten werden sie bei Infektionen der Atemwege, der Harnwege sowie der Haut und der Weichteile verschrieben. 

Diese Grafik zeigt die Häufigkeit der einzelnen Indikationen, für die Antibiotika verschrieben wurden, ausgedrückt als Anzahl der Verschreibungen (pro Konsultation oder pro Bevölkerung) oder als Prozentsatz der Gesamtzahl. 

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Ringdiagramm.

  • Jahr: Beim Ringdiagramm filtern Sie über das Dropdown-Menü „Year" die Daten für ein bestimmtes Jahr.
  • Verschreibende: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Prescriber Type" nach der verschreibenden Person (Allgemeinmedizin und Innere Medizin oder Pädiatrie).
  • Einheit: Beim Balken- und beim Liniendiagramm zeigen Sie über das Dropdown-Menü „Unit" die Werte entweder als Verschreibungen pro 1000 Konsultationen oder pro 100'000 Einwohner an.
  • Atemwegsinfektionen: Aktivieren Sie die Option „Group respiratory indications", um die Indikationen der Atemwegsinfektionen zusammenzufassen.
  • Als % anzeigen: Aktivieren Sie diese Option, um die relative Verteilung der Indikationen als prozentualen Anteil an den Gesamtverschreibungen anzuzeigen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen die Verschreibungshäufigkeit von Antibiotika im ambulanten Bereich der Schweiz, aufgeschlüsselt nach klinischen Indikationen.

  • Was das bedeutet: Die Werte zeigen die klinischen Indikationen, für die ein Antibiotikum verschrieben wird, etwa Atemwegsinfektionen, Harnwegsinfektionen oder Mittelohrentzündungen. So lässt sich die Verschreibungshäufigkeit pro Indikation nachvollziehen, ausgedrückt entweder pro 1000 Konsultationen oder pro 100'000 Einwohner. Ein Wert von z. B. 0.4 für die Indikation „Sinusitis" und die Antibiotikaklasse „Comb. of penicillins" bedeutet, dass Allgemeinmedizinerinnen und Internisten in diesem Jahr auf 1000 Konsultationen 0.4 Verschreibungen einer Penicillin-Kombination gegen Sinusitis ausgestellt haben.

Abkürzungen

  • FMH: Foederatio Medicorum Helveticorum (Schweizerische Ärztegesellschaft)  
  • BAG: Bundesamt für Gesundheit  

Datenstruktur und -verarbeitung

Ermittlung des Antibiotikaverbrauchs

Im ambulanten Bereich werden die Verschreibungen aus dem Sentinella-Netzwerk als standardisierte Kennzahlen ausgedrückt, um einen Vergleich über einen längeren Zeitraum zu ermöglichen.

  • Standardisierung: Die Anzahl der Verschreibungen wird durch die Anzahl der Konsultationen (Präsenz- und Hausbesuche) geteilt und mit 1000 multipliziert, was die Verschreibungen pro 1000 Konsultationen ergibt.
  • Alternativer Nenner: Die Verschreibungen können auch pro 100'000 Einwohner ausgedrückt werden, basierend auf der Bevölkerung, die von Ärzten des Sentinella-Netzwerks in der Primärversorgung betreut wird.

Sentinella – Daten zur Überwachung ambulanter Verschreibungen

Die Indikationen für die Verschreibung stammen aus dem Schweizer Sentinel-Überwachungsnetzwerk („Sentinella“), einem Kooperationsprojekt zwischen Allgemeinmedizinern, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und universitären Instituten für Familienmedizin.

  • Erfasste Daten: Die Teilnehmer füllen wöchentlich einen Fragebogen zur Anzahl der Konsultationen (Präsenz- und Hausbesuche) aus und geben für jeden Fall die Wahl des Antibiotikums sowie die vom Arzt beurteilte Indikation an.
  • Ausschlüsse: Beobachtungen von Mitgliedern, die unregelmäßig Daten meldeten (weniger als 39 Wochen pro Jahr oder weniger als eine Verschreibung pro Woche), werden ausgeschlossen.
  • Umfang des Netzwerks: Das Netzwerk umfasst etwa 140 Allgemeinmediziner und 25 Kinderärzte in der gesamten Schweiz. Obwohl die Teilnahme freiwillig ist und möglicherweise Ärzte mit einem besonderen Interesse an Infektionskrankheiten anzieht, gilt das Netzwerk als recht repräsentativ für die Schweizer Hausärzte.
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nach Guideline-Adhärenz

nach Guideline-Adhärenz

Antibiotikakonsum nach Indikation und Antibiotikaklasse

Auf Grundlage der Antibiotikaverschreibungen im Sentinella-Netzwerk entspricht jede fünfte Verschreibung nicht den nationalen Guidelines, insbesondere bei Sinusitis und Pharyngitis. Obwohl 2019 neue nationale Guidelines veröffentlicht wurden, haben sie nur zu begrenzten Fortschritten geführt.

Diese Grafik zeigt den Anteil der empfohlenen bzw. nicht empfohlenen Antibiotikaverschreibungen nach klinischer Indikation seit der Einführung der nationalen Guidelines, ausgedrückt als Prozentsatz der Gesamtzahl.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Ringdiagramm.

  • Jahr: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Year", um die Daten für ein bestimmtes Jahr auszuwählen.
  • Verschreibende: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Prescriber Type" nach der verschreibenden Person (Allgemeinmedizin und Innere Medizin oder Pädiatrie).
  • Recommended vs. Not recommended: Ist diese Option ausgeschaltet, werden die Verschreibungen in „First-line", „Second-line" und „Not recommended" unterteilt. Ist sie eingeschaltet, werden die Erst- und Zweitlinientherapien zu „Recommended" zusammengefasst und den nicht empfohlenen Verschreibungen gegenübergestellt.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen die Verschreibungshäufigkeit von Antibiotika bei einer Auswahl von Ärztinnen und Ärzten, aufgeschlüsselt nach klinischen Indikationen.

  • Was das bedeutet: Die Werte zeigen die Antibiotikaverschreibungen danach, ob sie nach den Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie als Erstlinientherapie, als Zweitlinientherapie oder als nicht empfohlen einzustufen sind.

Abkürzungen

  • FMH: Foederatio Medicorum Helveticorum (Schweizerische Ärztegesellschaft)  
  • FOPH: Bundesamt für Gesundheit  

Datenstruktur und -verarbeitung

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Im ambulanten Bereich werden die Verschreibungen aus dem Sentinella-Netzwerk als Kennzahlen ausgedrückt, um Vergleiche über die Zeit zu ermöglichen.

  • Standardisierung: Die Anzahl Verschreibungen wird durch die Anzahl Konsultationen (im Sprechzimmer und zu Hause) geteilt und mit 1000 multipliziert, was die Verschreibungen pro 1000 Konsultationen ergibt.
  • Alternativer Nenner: Die Verschreibungen können auch pro 100'000 Einwohner ausgedrückt werden, hochgerechnet auf Grundlage der Bevölkerung, die von den Ärztinnen und Ärzten des Sentinella-Netzwerks in der Grundversorgung betreut wird.

Sentinella – Daten zur Überwachung ambulanter Verschreibungen

Die Verschreibungsindikationen stammen aus dem Schweizer Überwachungsnetzwerk „Sentinella", einem Kooperationsprojekt zwischen Grundversorgerinnen und Grundversorgern, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und den universitären Instituten für Hausarztmedizin.

  • Erfasste Daten: Die Teilnehmenden füllen für jede Patientin und jeden Patienten, denen sie ein Antibiotikum verschrieben haben, einen wöchentlichen Fragebogen aus. Angegeben werden die Anzahl Konsultationen (einschliesslich Konsultationen im Sprechzimmer und Hausbesuche) sowie die Wahl des Antibiotikums und die Verschreibungsindikation, wie vom Arzt beurteilt.
  • Ausschlüsse: Beobachtungen von Mitgliedern, die ihre Daten unregelmässig übermittelt haben (weniger als 39 Wochen pro Jahr oder weniger als eine Verschreibung pro Woche), werden nicht berücksichtigt.
  • Repräsentativität: Die Überwachungsinfrastruktur beruht auf einem Netzwerk von rund 140 Grundversorgerinnen und Grundversorgern sowie 25 Kinderärztinnen und Kinderärzten in der gesamten Schweiz. Auch wenn es sich um ein freiwilliges System handelt, das tendenziell Ärztinnen und Ärzte mit besonderem Interesse an Infektionskrankheiten anzieht, gilt es als repräsentativ für die Grundversorgung.
  • Definition einer empfohlenen Antibiotikaverschreibung: Für Indikationen mit einer nationalen Leitlinie wurden die dort genannten Antibiotika einer entsprechenden Antibiotikakategorie im Sentinella-Datensatz zugeordnet. Die Leitlinien unterscheiden zwischen Erst- und Zweitlinientherapie, wobei Letztere meist besonderen Fällen wie Allergien oder Begleiterkrankungen vorbehalten ist. Als „Not recommended" gelten Verschreibungen, deren Antibiotikakategorie in der Leitlinie für die betreffende Indikation gar nicht genannt ist. Grundlage ist die Studie von Dunaiceva et al. im Swiss Medical Weekly.
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Antibiotikaverbrauch im stationären Bereich

Die Grafiken zeigen die im Spital eingesetzten Antibiotika, sei es für das gesamte Spital oder für die Intensivstation (IPS). Bezogen auf die Anzahl der Pflegetage ist der Antibiotikaeinsatz auf den Intensivstationen am höchsten. Patientinnen und Patienten, die sich oft in einem kritischen Zustand befinden, erhalten aufgrund lebensbedrohlicher Erkrankungen häufig eine empirische Breitbandtherapie. Zudem weisen diese Patientinnen und Patienten zahlreiche Risikofaktoren für Infektionen auf: invasive Zugänge und Verfahren (mechanische Beatmung, zentralvenöse Katheter), Immunsuppression und multiple Komorbiditäten. Diese Kombination begünstigt sowohl die Entstehung von nosokomialen Infektionen als auch die Selektion resistenter Stämme unter dem Selektionsdruck von Antibiotika.

Die Daten zum Antibiotikaeinsatz sind nach Sprachregion, AWaRe-Kategorie oder Antibiotikaklasse sowie nach Spitalgrösse aufgeschlüsselt, sowohl für das gesamte Spital als auch für die Intensivstationen. Sie basieren auf Daten, die aus einem Netzwerk von Spitälern erhoben wurden, und werden in definierten Tagesdosen (DDD) pro 100 Pflegetage angegeben.

nach Sprachregionen

nach Sprachregionen

Antibiotikaverbrauch nach Sprachregionen

Die Grafiken zeigen den Antibiotikaverbrauch, aufgeschlüsselt nach Sprachregion. Anders als im ambulanten Bereich bestehen im stationären Bereich keine wesentlichen Unterschiede zwischen der Westschweiz und der Deutschschweiz. Der Verbrauch in der italienischsprachigen Schweiz ist etwas tiefer, was vermutlich am fehlenden Universitätsspital liegt.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Karte der Schweiz, Balkendiagramm oder Liniendiagramm.

  • Bereich: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Ward“, um die Daten auf das gesamte Spital oder auf die Intensivstationen für Erwachsene (Adult ICU) einzugrenzen.
  • Region: Wenn Sie das Balkendiagramm verwenden, filtern Sie über das Dropdown-Menü „Region“ nach einer bestimmten Region.
  • Jahr: Wenn Sie die Karte der Schweiz verwenden, nutzen Sie das Dropdown-Menü „Year“, um ein bestimmtes Jahr auszuwählen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den Antibiotikaverbrauch bei stationären Patientinnen und Patienten in der Schweiz und ihren drei Sprachregionen, gemessen in DDD pro 100 Bettentage.

  • Bedeutung: Diese Kennzahl dient als standardisierter Indikator für den gesamten Antibiotikaverbrauch im Verhältnis zur stationären Aktivität.
  • Beispiel: Ein Wert von 50 DDD pro 100 Bettentage bedeutet, dass pro 100 Bettentage insgesamt 50 standardisierte Tagesdosen an Antibiotika bei Erwachsenen verabreicht wurden.
  • Interpretation: Grob veranschaulicht: Würde jede behandelte Person genau eine Standard-Tagesdosis erhalten, entspräche das etwa der Hälfte der Patientinnen und Patienten (50 %), die täglich ein Antibiotikum erhalten. Der tatsächliche Anteil weicht davon ab, weil die klinischen Dosierungen und Kombinationstherapien von Fall zu Fall unterschiedlich sind.

Abkürzungen

  • DDD: Definierte Tagesdosis  
  • FOPH: Bundesamt für Gesundheit  
  • ICU: Intensivstation 

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB). 

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit, zwischen den Regionen und zwischen Spitälern unterschiedlicher Grösse zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • Standardisierung: Die Anzahl DDD wird durch eine Kennzahl der stationären Aktivität geteilt und als DDD pro 100 Bettentage ausgedrückt.
  • Aggregation: Die gesamten DDD und die gesamten Bettentage aller Spitäler werden summiert und für einen gewichteten Mittelwert verwendet. Für Kennzahlen auf Spitalebene wird zuerst die DDD pro 100 Bettentage für jedes Spital berechnet und anschliessend der Mittelwert dieser Werte angegeben.

Datenquelle

Der Antibiotikaverbrauch bei stationären Patientinnen und Patienten wird anhand von Daten aus einem Netzwerk öffentlicher Spitäler und privater Akutkliniken überwacht, die freiwillig am Überwachungssystem ANRESIS teilnehmen.

  • Erfasste Daten: Je nach Einrichtung wird der Antibiotikaverbrauch entweder als Anzahl der von der Spitalapotheke an die Abteilungen abgegebenen Packungen erfasst oder als Verabreichungsdaten pro Patientin und Patient, die direkt aus den Klinikinformationssystemen stammen. Die Daten umfassen die stationäre Versorgung an allen Spitalstandorten sowie in den Intensivstationen für Erwachsene, die separat gezählt werden.
  • Ausschlüsse: Um strukturelle Verzerrungen zu vermeiden, sind ambulante Bereiche sowie Rehabilitation, geriatrische Langzeitpflege und psychiatrische Langzeitpflege ausdrücklich ausgeschlossen.
  • Repräsentativität: Die Überwachung erfasst die somatischen Akutspitäler, rund 75 teilnehmende Standorte, die je nach Jahr etwa 55 bis 60 % aller Akuteinrichtungen und 70 bis 80 % aller Bettentage in der gesamten Schweiz abdecken. Die Abdeckung der Intensivstationen für Erwachsene umfasst etwa zwei Drittel der Schweizer Spitäler mit Intensivbetten.
Zusätzliche Informationen
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nach AWaRe und Antibiotika-Kategorien

nach AWaRe und Antibiotika-Kategorien

Antibiotikaverbrauch nach AWaRe und Antibiotika-Kategorien

Das AWaRe-System der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterteilt Antibiotika in drei Kategorien: „Access“, „Watch“ und „Reserve“. „Access“-Antibiotika werden aufgrund ihrer Wirksamkeit und des geringeren Risikos, Resistenzen zu begünstigen, im Allgemeinen bevorzugt. „Watch“-Antibiotika sind für bestimmte Infektionen indiziert und bergen ein höheres Risiko der Resistenzentwicklung, während „Reserve“-Antibiotika ausschliesslich als letztes Mittel eingesetzt werden sollten.

In Schweizer Spitälern ist der Verbrauch von „Access“- und „Watch“-Antibiotika in den letzten Jahren stabil geblieben. In der gesamten Schweiz liegt der Gesamtverbrauch der „Access“-Antibiotika leicht über dem der „Watch“-Antibiotika, während der Einsatz von „Reserve“-Antibiotika mit etwa 1 % weiterhin ausserordentlich gering ist. Bemerkenswert sind dabei regionale Unterschiede. Während die italienischsprachige Region einen geringeren Gesamtverbrauch an Antibiotika aufweist, wahrscheinlich aufgrund des Fehlens von Universitätsspitälern, wird dort ein höherer Anteil an „Watch“- und „Reserve“-Antibiotika eingesetzt als in den französisch- und deutschsprachigen Regionen.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: Balkendiagramm, Liniendiagramm oder Karte der Schweiz.

  • Bereich: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Ward“, um die Daten auf das gesamte Spital oder auf die Intensivstationen für Erwachsene (Adult ICU) einzugrenzen.
  • Kategorie: Wechseln Sie über den Umschalter zwischen den Dimensionen „AWaRe Group“ und „Antibiotic Category“.
  • Unterkategorie: Filtern Sie bestimmte Antibiotika-Unterkategorien über das Dropdown-Menü „Subcategory“. Beim Balken- und beim Liniendiagramm lassen sich mehrere Unterkategorien gleichzeitig auswählen, bei der Karte jeweils nur eine.
  • Region: Wenn Sie das Liniendiagramm verwenden, filtern Sie über das Dropdown-Menü „Region“ nach einer bestimmten Region.
  • Jahr: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Year“, um nach dem Jahr zu filtern. Balken- und Kartenansicht zeigen jeweils ein einzelnes Jahr, das Liniendiagramm kann mehrere Jahre gleichzeitig darstellen.
  • Als % anzeigen: Aktivieren Sie diese Option, um die Werte als prozentuale Anteile am Gesamtverbrauch statt als absolute Werte anzuzeigen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den Antibiotikaverbrauch bei stationären Patientinnen und Patienten in der Schweiz und ihren drei Sprachregionen, gemessen in DDD pro 100 Bettentage.

  • Was das bedeutet: Diese Kennzahl misst den gesamten Antibiotikaverbrauch im Verhältnis zur stationären Aktivität, ausgedrückt in DDD pro 100 Bettentage. Ein Wert von z. B. 24.1 für die AWaRe-Kategorie „Watch“ in der italienischsprachigen Schweiz bedeutet, dass dort pro 100 Bettentage 24.1 Tagesdosen an Watch-Antibiotika verabreicht wurden. Ist „Show as %“ aktiviert, wird stattdessen der Anteil dieser Kategorie am Gesamtverbrauch angezeigt.

Abkürzungen

  • ATC: Anatomisch-therapeutisch-chemisches Klassifikationssystem  
  • AWaRe: Klassifizierungssystem „Access, Watch, and Reserve“  
  • DDD: Definierte Tagesdosis  
  • WHO: Weltgesundheitsorganisation  

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaeinsatz anhand der für die Überwachung des Antibiotikaeinsatzes und der Antibiotikaresistenz relevanten Wirkstoffe bewertet, die gemäß der WHO in vier anatomisch-therapeutisch-chemische (ATC) Gruppen unterteilt sind: Antiinfektiva für den Darm (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), Antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB). Antibiotika werden anschließend auf zwei sich ergänzende Arten gruppiert, die beide auf ihren ATC-Codes basieren.

  • AWaRe-Klassifizierung: Antibiotika werden auf der Grundlage der WHO-Modellliste der unentbehrlichen Arzneimittel kategorisiert:
    • Zugangsgruppe: Antibiotika erster Wahl für die häufigsten Infektionen, geringeres Resistenzpotenzial.
    • Überwachungsgruppe: Antibiotika sollten selektiver eingesetzt werden
    • Reservegruppe: Antibiotika, die als letzte Option bei schweren Infektionen durch multiresistente Bakterien vorgesehen sind
  • Antibiotikaklassen: Gruppierung von Antibiotika nach ihrer chemischen Struktur, z. B. Penicilline, Cephalosporine, Makrolide und Chinolone.
  • Zwei sich ergänzende Sichtweisen: „Class“ zeigt, welche Antibiotika am häufigsten eingesetzt werden; „AWaRe“ zeigt, wie angemessen dieser Einsatz ist.

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über einen längeren Zeitraum, zwischen Regionen und zwischen verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl der Packungen) gemäß der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Arzneimittelstatistik in standardisierte Kennzahlen umgerechnet.

  • Umrechnung in DDDs: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den von der WHO zugewiesenen DDD-Wert für den jeweiligen ATC-Code und den jeweiligen Verabreichungsweg geteilt.
  • Standardisierung: Die Anzahl der DDDs wird durch einen Maßstab für die Krankenhausaktivität geteilt, ausgedrückt als DDD pro 100 Bettentage oder pro 100 Aufnahmen.
  • Aggregation: Sofern nicht anders angegeben, werden die Gesamt-DDDs und die Gesamtbetten-Tage aller Kliniken addiert und zur Berechnung eines einzigen Gesamtwerts herangezogen. Für Kennzahlen auf Klinikebene wird zunächst für jede Klinik die DDD pro 100 Betten-Tage berechnet und anschließend der Mittelwert dieser Werte angegeben.

Datenquelle und Umfang

Der Antibiotikaverbrauch bei stationären Patienten wird anhand von Daten aus dem Netzwerk von Akutkrankenhäusern und Privatkliniken überwacht, die freiwillig am ANRESIS-Überwachungssystem teilnehmen.

  • Erfasste Daten: Entweder die Menge der an die Stationen ausgelieferten Antibiotika-Packungen oder Verabreichungsdaten auf Patientenebene. Umfasst gesamte Krankenhausstandorte und Intensivstationen für Erwachsene.
  • Umfang des Netzwerks: Rund 75 Standorte, die 55–60 % der Akutspitäler und 70–80 % der stationären Bettentage in der Schweiz abdecken.
  • Ausschlüsse: Ambulante, Rehabilitations- und Langzeitpflegeeinrichtungen sind ausgeschlossen.
  • Nenner: Da der Schwerpunkt auf der Akutversorgung liegt, können Bettentage und Aufnahmen als Nenner herangezogen werden.
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nach Spitalgrösse

nach Spitalgrösse

Antibiotikaverbrauch nach Spitalgrösse

Akutspitäler werden in fünf Kategorien eingeteilt: <100 Betten, 100–199 Betten, 200–299 Betten, 300–599 Betten und ≥ 600 Betten. Zwar setzen grössere Spitäler (einschliesslich Universitätsspitäler) aufgrund komplexerer Fälle im Allgemeinen mehr Antibiotika ein, doch gibt es innerhalb jeder Gruppe erhebliche Unterschiede.

So verwenden Sie das interaktive Diagramm

Anzeige und Filter

Wählen Sie über die Schaltflächen in der Symbolleiste oben links den gewünschten Diagrammtyp aus: nach Kategorie (vertikal), nach Kategorie (horizontal), gestapelte Balken oder nach Spitalgrösse.

  • Jahr: Filtern Sie über das Dropdown-Menü „Year". Bei den gestapelten und den kategoriebezogenen Diagrammen lässt sich nur ein Jahr auswählen, bei der Ansicht nach Spitalgrösse mehrere Jahre.
  • Bereich: Verwenden Sie das Dropdown-Menü „Ward", um die Daten auf das gesamte Spital oder auf die Intensivstationen für Erwachsene einzugrenzen.
  • Kategorie: Wechseln Sie über den Umschalter zwischen den Dimensionen „AWaRe Group" und „Antibiotic Category".
  • Unterkategorie: Filtern Sie bestimmte Antibiotika-Unterkategorien über das Dropdown-Menü „Subcategory". In allen Ansichten lassen sich mehrere Unterkategorien gleichzeitig auswählen.
  • 95 % CI: Aktivieren Sie diesen Schalter in den vertikalen Ansichten, um die Fehlerbänder des 95-%-Konfidenzintervalls ein- oder auszublenden.
  • Als % anzeigen: Aktivieren Sie diese Option, um die Werte als prozentuale Anteile am Gesamtverbrauch statt als absolute Werte anzuzeigen.

Wenn Sie mit der Maus über ein Diagramm fahren, erscheint eine interaktive Symbolleiste, mit der Sie zoomen, den Ausschnitt verschieben oder einzelne Datenpunkte beim Überfahren anzeigen können.

So lesen Sie das Diagramm

Die Diagramme zeigen den Antibiotikaverbrauch bei stationären Patientinnen und Patienten, gruppiert nach Spitalgrösse, gemessen als mittlere DDD pro 100 Bettentage auf Spitalebene.

  • Was das bedeutet: Diese Kennzahl misst den gesamten Antibiotikaverbrauch im Verhältnis zur stationären Aktivität, ausgedrückt in DDD pro 100 Bettentage. Ein Wert von z. B. 32 für die AWaRe-Kategorie „Access" in Spitälern mit 600 und mehr Betten bedeutet, dass diese Spitäler im Mittel 32 Tagesdosen an Access-Antibiotika pro 100 Bettentage verabreicht haben. Die Angabe „±6.1" ist das 95-%-Konfidenzintervall: Der wahre Durchschnitt liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen rund 26 und 38. Je grösser die Spanne, desto unsicherer der Wert, meist weil er auf wenigen Spitälern beruht (hier n = 5).
  • Aggregation: Da die Werte auf Klinikebene vorliegen, entspricht der für eine Spitalgrösse gezeigte Wert dem Mittelwert der einzelnen Kliniken. Dieser Mittelwert wird mit einem 95-%-Konfidenzintervall angegeben, das sich über den Schalter „95 % CI" ein- und ausblenden lässt.

Datenstruktur und -verarbeitung

Wirkstoffe und Klassifizierung

In der Humanmedizin wird der Antibiotikaverbrauch anhand jener Substanzen bewertet, die für die Überwachung von Verbrauch und Resistenz relevant sind. Die WHO unterteilt sie in vier anatomisch-therapeutisch-chemische Gruppen (ATC): intestinale Antibiotika (A07AA), Antibiotika zur systemischen Anwendung (J01), antimykobakterielle Mittel (J04A) und Nitroimidazol-Derivate (P01AB). Antibiotika werden anschliessend nach zwei sich ergänzenden Klassifizierungen gruppiert, die beide auf den ATC-Codes beruhen.

  • AWaRe-Klassifizierung: Sie unterteilt Antibiotika in die Kategorien „Access“, „Watch“ und „Reserve“ sowie in die Kategorien „Not recommended“ und „Not classified“.
  • Antibiotikaklassen: Sie gruppieren Antibiotika nach ihrer chemischen Struktur, beispielsweise Penicilline, Cephalosporine, Makrolide und Chinolone.
  • Die Klassifizierung nach Antibiotikaklasse zeigt, welche Antibiotika eingesetzt werden. Die Klassifizierung „AWaRe“ zeigt, wie angemessen dieser Einsatz mit Blick auf bakterielle Resistenzen ist. Beide Einteilungen betreffen die Qualität der Verordnung, setzen aber an unterschiedlichen Punkten an.

Berechnung des Antibiotikaverbrauchs

Um Vergleiche über die Zeit, zwischen den Regionen und zwischen Spitälern unterschiedlicher Grösse zu ermöglichen, werden die Rohdaten zum Verbrauch (Anzahl Packungen) in standardisierte Kennzahlen umgerechnet, gemäss der ATC-Klassifikation und der Methodik der definierten Tagesdosis (DDD) des WHO-Kooperationszentrums für Methodik der Arzneimittelstatistik.

  • Umrechnung in DDD: Die Gesamtmasse des Wirkstoffs wird durch den DDD-Wert geteilt, den die WHO dem jeweiligen ATC-Code und Verabreichungsweg zugewiesen hat.
  • Standardisierung: Die Anzahl DDD wird durch eine Kennzahl der stationären Aktivität geteilt und als DDD pro 100 Bettentage ausgedrückt.
  • Aggregation: Die gesamten DDD und die gesamten Bettentage aller Spitäler werden summiert und für einen gewichteten Mittelwert verwendet. Für Kennzahlen auf Spitalebene wird zuerst die DDD pro 100 Bettentage für jedes Spital berechnet und anschliessend der Mittelwert dieser Werte angegeben.

ANRESIS – Datenquelle und Umfang

Der Antibiotikaverbrauch bei stationären Patientinnen und Patienten wird anhand von Daten aus einem Netzwerk öffentlicher Spitäler und privater Akutkliniken überwacht, die freiwillig am Überwachungssystem ANRESIS teilnehmen.

  • Erfasste Daten: Je nach Einrichtung wird der Antibiotikaverbrauch entweder als Anzahl der von der Spitalapotheke an die Abteilungen abgegebenen Packungen erfasst oder als Verabreichungsdaten pro Patientin und Patient, die direkt aus den Klinikinformationssystemen stammen. Die Daten umfassen die stationäre Versorgung an allen Spitalstandorten sowie in den Intensivstationen für Erwachsene, die separat gezählt werden.
  • Ausschlüsse: Um strukturelle Verzerrungen zu vermeiden, sind ambulante Bereiche sowie Rehabilitation, geriatrische Langzeitpflege und psychiatrische Langzeitpflege ausdrücklich ausgeschlossen.
  • Repräsentativität: Die Überwachung erfasst die somatischen Akutspitäler, rund 75 teilnehmende Standorte, die je nach Jahr etwa 55 bis 60 % aller Akuteinrichtungen und 70 bis 80 % aller Bettentage in der gesamten Schweiz abdecken. Die Abdeckung der Intensivstationen für Erwachsene umfasst etwa zwei Drittel der Schweizer Spitäler mit Intensivbetten.
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